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Studie zeigt wirtschaftliche Auswirkungen der Schweizer Cannabisgesetzgebung auf

Schweiz Cannabis Medizin

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Cannabis in der Schweiz

Laut einer neuen Studie generiert Cannabis in der Schweiz einen Jahresumsatz von rund 1 Milliarde Schweizer Franken (1,03 Milliarden US-Dollar). Diese Ziffer, veröffentlicht Montag durch die Universität Genf, umfasst Produktion, Import und Handel in der Schattenwirtschaft sowie legale wirtschaftliche Aktivitäten, darunter Polizei, Justiz, Sozialarbeit und Gesundheitswesen.

Laut den Forschern entspricht dies einem Jahresumsatz von 582 Millionen Franken aus dem Schweizer Freizeit-Cannabismarkt. Zudem belaufen sich die direkten und indirekten Umsätze der anderen Segmente des Cannabis-Systems auf rund 425 Millionen Franken pro Jahr, ohne Berücksichtigung der gesamten Bruttowertschöpfung, präzisiert die Studie.

Die Auswirkung der wirtschaftlichen Tätigkeit des Sektors auf die Beschäftigung, die mit dem derzeitigen System verbunden ist, beträgt ungefähr 4400 Vollzeitäquivalente. Die Forscher simulierten auch drei verschiedene Szenarien, um die potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen einer alternativen Cannabisregulierung aufzuzeigen. Damit wäre ein Umsatz zwischen 200 Millionen und 650 Millionen Schweizer Franken möglich.

Cannabis ist in der Schweiz eine verbotene Droge. Cannabisprodukte sind nur erlaubt, wenn sie weniger als 1 % des Wirkstoffs THC enthalten. Aber auch in diesem Fall müssen bestimmte Regeln beachtet werden.

Ab Mai 2021 sind wissenschaftliche Pilotversuche mit Freizeit-Cannabis vorbehaltlich der Genehmigung durch die Regierung erlaubt. EIN vorheriges Studium veröffentlicht von einer Gruppe von Organisationen, darunter Sucht Schweiz im Jahr 2020, Schätzungen zufolge könnte der heimische Cannabismarkt 500 Millionen Schweizer Franken (515 Millionen US-Dollar) erreichen.

Eine Studie der UNIGE und des Beratungsunternehmens EBP zeigt, dass der gesamte Schweizer Cannabismarkt einen Jahresumsatz von einer Milliarde Franken erwirtschaftet. Diese Summe umfasst nicht nur Produktion, Import und Handel in der Schattenwirtschaft, sondern auch legale Tätigkeiten wie Polizei, Justiz, Sozialarbeit und Gesundheitswesen. Eine Studie der Universität Genf hat detailliert untersucht, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die derzeitige Regulierungsform hat und ob alternative Regulierungen den Status quo verändern könnten.

Cannabis wurde erstmals 1951 in der Schweiz verboten. Siebzig Jahre später hat sich die Welt verändert und viele Länder fragen sich, ob die Prohibition die Politik ist, die am besten geeignet ist, dem öffentlichen Interesse zu dienen. Die Schweiz beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Thema und es wurden mehrere Versuche unternommen, die Form der Vorschriften sowohl in eine strengere als auch in eine flexiblere Richtung zu ändern, bisher jedoch ohne Erfolg. Das Bundesamt für Gesundheit (BASP) hat in Koordination mit den Kantonen Genf, Basel-Stadt und den Städten Bern und Zürich eine Studie finanziert, die aus ökonomischer Sicht neue Erkenntnisse in diese Diskussion bringt.

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Viele Branchen sind von Cannabis betroffen

In der Schweiz werden jährlich rund 56 Tonnen Cannabis (Marihuana und Harz) konsumiert. Das entspricht etwas mehr als 750 Gelenken pro Tag. Basierend auf dieser Nachfrage wird der Jahresumsatz des Schweizer Freizeit-Cannabismarkts auf CHF 000 Millionen geschätzt (ohne Importe, die Schätzung beträgt CHF 582 Millionen). Darüber hinaus belaufen sich die direkten Umsätze der anderen Segmente des Cannabissystems auf CHF 432 Millionen (Strafverfolgung), CHF 14 Millionen (Rechtswissenschaft), CHF 9 Millionen (Polizei) und CHF 34 Millionen (Gesundheitswesen). Bezieht man die indirekten Effekte durch Vorleistungen und erzielte Einnahmen mit ein, betragen die Gesamteffekte (direkt und indirekt) 22 Mio. CHF für das Marktsegment, 843 Mio. CHF für das Gesundheitswesen, 44 Mio. CHF für die Polizei, 71 Mio. CHF für die Rechtsprechung und CHF 18 Millionen für die Strafverfolgung.

Bruttowertschöpfung vergleichbar mit der Produktion von Autos und Autoteilen:

Die gesamte Bruttowertschöpfung (BWS) wird auf CHF 673 Mio. geschätzt, wovon CHF 428 Mio. direkte Effekte und CHF 245 Mio. indirekte Effekte sind. Die durch das Cannabissystem generierte direkte Wertschöpfung entspricht ungefähr 0,06 % des Schweizer BIP oder ungefähr der Hälfte der Wirtschaft des Kantons Appenzell Innerrhoden. Die nächstliegenden Branchen in der Schweiz mit ähnlicher Wertschöpfung sind die Wasserversorgung, die mit 0,04 % etwas tiefer liegt, oder die Produktion von Autos und Autoteilen, die mit 0,08 % etwas höher liegt.

Der gesamte Beschäftigungseffekt der mit dem System Cannabis verbundenen Wirtschaftstätigkeit beläuft sich auf etwa 4400 Vollzeitäquivalente. Diese Zahl entspricht zum Vergleich der Beschäftigung der Schweizerischen Unfallversicherung (SUVA), die in der Schweiz rund 4200 Personen beschäftigt.

Soll Cannabis in Zukunft legalisiert werden?

Die Studie zeigt auch, dass sich die wirtschaftlichen Auswirkungen mittelfristig ändern würden, wenn andere Regulierungsformen Anwendung finden würden. Um dies zu demonstrieren, wurden verschiedene Regulierungsszenarien simuliert. Die Legalisierung des Konsums und Besitzes für den Eigenbedarf in Kombination mit der Legalisierung der nichtkommerziellen Produktion (Szenario „Cannabis Social Club“) würde den Gesamtumsatz des Cannabissystems auf 650 Millionen Franken reduzieren. Ein unregulierter privater Markt (Szenario „Freier Markt“) würde den Umsatz weiter auf CHF 200 Millionen reduzieren, während ein stark reguliertes Szenario einer privaten Organisation zu rund CHF 275 Millionen führen würde.

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Ein Teil dieses Umsatzrückgangs wird in Form von Steuereinnahmen umgeleitet. Während der Status quo ohne legalen Markt und ohne jegliche produktspezifische Besteuerung Steuereinnahmen von rund 25 Mio. CHF generiert, würde das Szenario „Cannabis Social Club“ rund 166 Mio nach Gewicht und Wert, ähnlich wie beim Tabak) 464 Mio. CHF und das Szenario „Freier Markt“ (nur MWST) 11 Mio. CHF erwirtschaften.

Eine notwendige Grundlage, um den Gesetzgebungsprozess voranzubringen

Adrian Gschwend, Leiter Politik und Umsetzung beim BAG, ergänzt: «Diese Studie kommt zur richtigen Zeit, da der Ausschuss für Soziales und Gesundheit der Nationalversammlung kürzlich ein Gesetz zur Legalisierung von Cannabis vorgeschlagen hat. Die Ergebnisse zeigen, dass wir einen gut regulierten Markt brauchen, der sowohl Kinder- und Jugendschutz als auch Gesundheitsgarantien bietet, um den illegalen Cannabismarkt zu beenden.“

Dr. Sandro Cattacin, ordentlicher Professor am Institut für Soziologie der Universität Genf, ordnet das Ergebnis ein: „Als in den 1990er Jahren Heroin verschrieben wurde, war das Leid der Menschen ausschlaggebend, was zu öffentlicher Empörung und einer Diskussion über die Lösung führte des Dramas. Nachfolgende Evaluierungen führten zu einer Stabilisierung dieses politischen Ansatzes. Für die Cannabispolitik sind die gleichen Elemente relevant, auch wenn das Leid schon lange nicht mehr sichtbar ist. Erst in jüngster Zeit wird in der öffentlichen Debatte auf das Leid aufmerksam gemacht, das durch die Prohibition verursacht wird. Diese Studie befasst sich weder speziell mit Leiden, noch zeigt sie auf, welche Regulierung moralisch vorzuziehen ist. Vielmehr liefert es dringend benötigte und willkommene Informationen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen aktueller und alternativer Regulierungsszenarien, die dem Gesetzgebungsprozess zur Regulierung von Cannabis eine neue Qualität verleihen werden.


Tags : EtüdeGesetzstatistischSchweiz
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Der Autor weedmaster

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